Perus geschichtsträchtiger Süden

Perus geschichtsträchtiger Süden

7. Juni 2019 1 Von Kristin

Nachdem mich meine Reise in den Norden Perus sehr positiv überrrascht hatte, machte ich mich auf den Weg in den Süden.

Areqipa

Zuerst ging es nach Arequipa, auch „weiße Stadt“ genannt, denn die Gebäude strahlen weiß bei dem sonnigen frühlingshaften Wetter. Insgesamt sieht die Stadt sehr europäisch aus, da der Einfluss der Spanier hier sehr groß war. Ich habe mich mehr gefühlt wie in Spanien, als in Peru.

Besonders gut hat mir das Kloster Santa Catalina gefallen. Das ist ein sehr altes Kloster was früher ausschließlich für die Nonnen aus reichen, spanischen Familien gedacht war. Jede Nonne hatte eine oder sogar mehrere Angestellte, die für sie alle lästige Hausarbeit erledigte. Als ich so durch die kleinen Gässchen geschlendert bin, konnte ich mir gut vorstellen, wie es sich die Nonnen hier gut gehen lassen haben. Alles ist in kräftigen Rot- oder Blautönen gestrichen und geschmückt mit den schönsten Blumen.

Von Arequipa aus sind wir in den Colca Canyon gefahren. Als wir dort an der tiefen Schlucht ankamen, hatten wir sogar das Glück und durften den Andencondor bestauen, der sich mayestätisch durch die Lüfte gleiten lies.

Hier sind wird nach dem Ausflug in die Oase wieder oben angekommen.

Um uns auch noch etwas zu bewegen haben wir ein kleines Trekking zu einer Oase am Fluss, der durch den Canyon fließt, gemacht. Das Ganze hatten wir uns etwas einfacher vorgestellt, denn man hatte uns in der Touristeninformation gesagt, wir müssten einfach nur geradeaus dem Weg folgen. Als dieser jedoch immer schmaler und unwegsamer wurde und der Abgrund zu unserer Rechten immer tiefer, merkten wir endlich, dass DAS der falsche Weg war. Bis wir dann in der Oase angekommen waren, mussten noch viele Höhenmeter hinuntergestiegen werden. Doch es hatte sich trotzdem gelohnt. Die Oase glich einem kleinen Paradies, dass ganz vergessen dort unten im Canyon liegt. Außerdem werde ich die Erfrischung im Pool zwischen all den Blumen und Pflanzen ganz sicher nie vergessen. Am nächsten Tag mussten wir dann samt Rucksack alles wieder hochlaufen, das war ziemlich anstrengend, aber wir hatten die ganze Zeit einen kleinen Begleiter: einen kleinen braunen Hund, der uns motiviert hat.

Puno

Vom angenehmen Klima in der Region Arequipa fuhren wir dann mit einem Touri-Bus ins kalte Puno. Auf der Fahrt machten wir halt am höchsten See Perus, aber dort wehte so kalter Wind, dass wir ziemlich schnell wieder in den warmen Bus zurückgekehrt sind.

In Puno gab es vor allem ein Highlight: der Ausflug auf die Inseln im Titicacasee. Und damit meine ich nicht die Schilfinseln Uros, sondern die „richtigen“ Inseln weiter in der Mitte des Sees. Auf der Insel Amatani haben wir eine Nacht bei einer Familie, die ein paar Zimmer und Verpflegung, anbietet übernachtet. Es war so wundervoll friedlich mitten auf dem riesigen See. Ein besonders magischer Moment für mich war der Sonnenuntergang über dem Titicacasee, den ich von einem Hügel aus beobachten konnte.

Außerdem sind wir mit der Tourgruppe zu einem kleinen Fest der Einwohner (für Besucher) gegangen. Dazu bekamen wir sogar traditionelle Kleider! Damit wurde dann kräftig zu der Musik einer coolen Band getanzt. Am nächsten Tag sind wir mit dem Boot rüber zu einer anderen Insel gefahren, Taquile. Diese Fahrt war allerdings wesentlich weniger angenehm als erwartet. Der See war total unruhig und das Boot wurde durch die Wellen ordentlich hin- und hergeschaukelt. Schon bald bin ich aus dem Bootsinneren auf eine Bank an der frischen Luft geflüchtet. Rechts neben mir saß eine Australierin, die mich mit ihrem trockenen Humor trotz meinem miserablen Zustand zum Lachen brachte. Nach diesem Erlebnis war ich so glücklich wie noch nie, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Auf Taquile gab es noch ein paar interessante Dinge zu sehen und ein leckeres Mittagessen. Danach fuhren wir auch schon wieder zurück nach Puno, diesmal zum Glück mit ruhigem Gewässer.

Cusco

Blick über Cusco

Cusco ist wohl das beliebteste Reiseziel in Peru. Denn hier liegt nicht nur der Machu Picchu in der Nähe, sondern auch die Stadt hat eine ganz besondere Atmosphäre aufgrund ihrer geschichtsträchtigen Vergangenheit, die immernoch in den uralten Gemäuern zu stecken scheint. Anders als der Großteil der Touristen, die Cusco besuchen, sind wir nicht zum Machu Picchu gereist. Denn es war grade Regenzeit, was jede Art von Trekking gefährlich oder zumindest sehr unkomfortabel macht. Daher haben wir uns entschieden, lieber die Stadt und ihre Umgebung zu erkunden, die auch sehr viel zu bieten hat. Machu Picchu wird noch ein paar Monate warten müseen. Wir sind also durch die Stadt geschlendert und haben das Nahtleben erkundet. Vor allem das Künstlerviertel San Blas hat mich begeistert. Es besteht nur aus kleinen Gässchen und alten Häusern und an jeder Ecke gibt es kleine, interessante und alternative Läden. Von kunstvollem Makreme und Ohrringen bis zu hippen Burgerläden.

Außerdem haben wir eine sehr interessante „Free Walking Tour“ gemacht, das heißt wir sind mit einem coolen Guide durch Cusco gelaufen und er hat uns viel über die Geschichte der Incas erzählt. Am Ende konnte jeder aus der Gruppe eine beliebig hohe Spende geben. Ich kann diese Art von Touren jedem nur empfehlen, denn nach meiner Erfahrung sind die Guides auf keinen Fall unprofessionell und erzählen in einer interessanten, lustigen und alternativen Weise.

In der Umgebung von Cusco, das „Heilige Tal“, gibt es auch sehr viel zu sehen. Wir haben uns entschieden, dass kleine Städtchen Pisac zu besuchen, wo es einen sehr interessanten Markt gibt. Von dort aus sind wir zu den Salzterrassen in Maras gefahren und haben eine kleine Wanderung gemacht.

Die Arbeiter haben einen sehr schweren Job. Sie müssen die 50 Kilo schweren Salzsäcke auf schwierigen Wegen bis nach oben tragen.

Nachdem ich all diese wunderbaren Orte sehen durfte, musste ich wieder nach Lima zurückkehren. denn es waren im Flug 1 1/2 Monaten vergangen und das Projekt öffnete im Februar wieder für die „Vacaciones utiles“, eine Art Ferienbetreuung. Mehr dazu könnt ihr hier lesen:

Vielen Dank an alle Leser für die Geduld beim Warten auf Neuigkeiten. Ich hoffe euch gefällt der neue Beitrag, lasst mir gerne ein Kommentar da!

Beste Grüße
eure Kristin