An der Nordküste lang bis in die Anden

An der Nordküste lang bis in die Anden

22. Februar 2019 0 Von Kristin

Nun werde ich euch endlich von meiner wunderbaren Reise durch Peru berichten. Wie ich euch schon im letzten Beitrag erzählte, haben wir uns entschieden zusammen mit einer anderen Freiwilligen, Mirjam, in Richtung Norden zu fahren. Also stiegen wir direkt am Abend des 20. Dezembers in den komfortablen Nachtbus nach Trujillo und kamen morgens sogar einigermaßen ausgeruht dort an.
Trujillo ist eine Küstenstadt im Norden von Lima und eine der wirtschaftlich bedeutendsten Städte Perus. 2 Stunden von dort entfernt liegt Pacasmayo ein kleiner Surferort in dem 2 Mitfreillige wohnen und arbeiten. Nachdem wir an dem wunderschönen Strand entpannt hatten ging es weiter in die Anden nach Cajamarca, wo wir Weihnachten zusammen mit anderen Freiwilligen vom Welthaus Bielefeld und anderen Organisationen (eine sogar vom Bistum Mainz) verbracht haben.
Am 24. lud uns ein peruanischer Freund der Freiwilligen ein um zusammen mit seiner Familie zu feiern. Das hat mich sehr gefreut, denn so bekam ich einen Einblick wie Weihnachten hier gefeiert wird. Mir ist das leckere Essen, die riesengroße Krippe und die Gastfreundlichkeit besonders im Gedächtnis geblieben. Ich wäre gerne noch etwas länger in Cajamarca geblieben, denn dort ist es sehr schön grün und das Wetter ist ähnlich wie im Frühling in Deutschland. Aber wir wollten bis Silvester in Tarapoto sein und es gab noch so viel Anderes zu sehen. Deswegen sind wir schon am nächsten Tag mit einer sehr kurvigen Nachtfahrt nach Chachapoyas gedüst.

Von Chachapoyas aus haben wir eine ziemlich anstrengende Wanderung nach Kuelap, einer ehemaligen Festung der Chachapoya, gemacht. Der Name bedeutet auf Quechua „Wolkenmenschen“, was meiner Meinung nach sehr passend ist, denn die Festung liegt sehr weit oben und man kann von dort in das wolkenverhangene Tal blicken. Zwischen den uralten Mauern standen wunderschöne Bäume und es herrschte eine mystische Stimmung. Als ich die sich schlängelnden Holzstege entlang gelaufen bin, habe ich mich gefragt, wie die Chachapoyas hier wohl früher gelebt haben. Es hatte sich sogar fast gelohnt, dass wir 4 Stunden bergauf gelaufen sind, statt mit der Seilbahn zu fahren. Denn die Chachapoya hatten ja damals auch noch keine Seilbahn!

In der Region um Chachapoyas befindet sich auch der 771 Meter hohe Wasserfall „Gocta“ zu dem wir ebenfalls eine Wanderung machten. Der Weg war zwar etwas schlammig, aber mir hat es total gut gefallen durch den saftig grünen Wald zu laufen – den in der Wüstenstadt Lima ich so schmerzlich vermisse. Als wir dann endlich am Fuße des Wasserfalls ankamen, war ich ziemlich überwältigt. Alles war in geheimnisvollen Nebel getaucht, da sich das Wasser beim Fallen in kleine Tröpfchen aufteilt. Leider mussten wir reliativ schnell wieder zurück, damit wir noch vor der Dunkelheit ankamen.

Meine Reise ist hier noch lange nicht zu Ende. Im nächsten Beitrag werde ich euch vom Regenwald berichten. Seid gespannt!

Bis dann

Eure Kristin